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Mittwoch, 16. August 2017

Britannia Rule the Waves - HMS Queen Elizabeth trifft in Portsmouth ein

Portsmouth (ww) Für die Seefahrernation Großbritannien markiert dieser 16. August 2017 einen Feiertag. So fuhr das neue Flaggschiff der Royal Navy, die HMS QUENN ELIZABETH, heute erstmals in ihren Heimathafen Portsmouth ein. Etliche Zuschauer fanden sich hierzu in "Pompey" ein.
Die HMS QUEEN ELIZABETH bei ihrer Einfahrt in Portsmouth (Foto: Royal Navy)
Gemeinsam mit dem Schwesterschiff HMS PRINE OF WALES fungiert die HMS QUEEN ELIZABETH als Flaggschiff der Royal Navy. Die beiden 280 Meter langen Flugzeugträger sind die größten jemals für die Royal Navy gebauten Einheiten. Sie verdrängen 65.000 Tonnen und haben eine Reichweite von 10.000 Seemeilen. Sie sind derzeit noch mit Hubschraubern bestückt. Ab 2020 sollen aber F35 Lightning II-Kampfflugzeuge von ihren Flugdecks abheben.
Ahoi! Der S&T-Blog gratuliert der Royal Navy und wünscht dem Kommandierenden Offizier der HMS QUEEN ELIZABETH, Captain Jerry Kyd, und seinen Kameraden immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Dienstag, 15. August 2017

HK433 - erste Eindrücke

Bonn/Güstrow (ww) Das neue Sturmgewehr HK433  aus Oberndorf sorgte bereits auf der EnforceTac für Aufsehen. Jetzt konnte der S&T-Blog einen ersten näheren Blick auf die Waffe werfen – jedenfalls auf einen derzeitigen Konstruktionsstand.
Das HK433 im Feuerstoß (Foto: JPW)
Das HK433 – ein Kurzhub-Gasdrucklader mit Drehkopfverschluss – vereint Merkmale des G36 und der HK416-Baureihe miteinander. So verfügt es über ein Leichtmetallgehäuse, einen Slim-Line-Handschutz mit HKey-Schnittstellen und eine an die rechts Waffenseite anklappbare längen- und höhenverstellbare Schulterstütze.
Die Waffe mit 14.5"-Rohr von links... (Foto: JPW)
...und mit angeklappter Schulterstütze von rechts. (Foto: JPW)
Die Gehäuseunterteile können sich entweder am G36- oder dem HK416-Bedienkonzept orientieren. Das in Güstrow gezeigte Modell folgte dem ersten Ansatz.

Notlandeplätze - NATO-Nostalgie mit Zukunft?

A57-Parkplatz Bönninghardt (ww) Ein schnurgerades Stück Autobahn ohne Überführungen, ein Parkplatz rechts, ein beginnender durchbetonierter Mittelstreifen und nach zwei bis drei Kilometern wieder ein Parkplatz auf der Gegenfahrbahn. NATO-Nostalgiker wie der Verfasser wissen sofort bescheid: Man hat einen Notlandeplatz (NLP) passiert.
Blick vom Parkplatz Bönninghardt in nordwestliche Richtung auf die durchasphaltierte Fahrbahn der A57.
Man beachte auch den rot-weiß markierten Funkmast. (Foto: JPW)
Notlandeplätze dienten im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung als militärische Ausweich-Flugplätze. Die als NLPs vorgesehenen Autobahnabschnitte ließen sich in kurzer Zeit umbauen, entsprechendes Gerät - beispielsweise mobile Tower - standen in relativer Nähe bereit. Viele dieser Einrichtungen gibt es nicht mehr, dennoch bleiben sie rudimentär zu erkennen. Weitere Details lassen sich mit etwas Suchen ebenfalls finden. Beispielsweise asphaltierte Zufahrtsstraßen zu den Parkplätzen, die einst als Stellfläche für Flugzeuge dienten. Oder Stromverteilerkästen zur Energieversorgung. Oder rot-weiß-markierte mögliche Flughindernisse.
Haben ist bekanntlich besser als brauchen, und so lassen sich möglicherweise einige der ehemaligen NLP wieder nutzen. Daß dies noch geübt wird, zeigte neulich das US SOCOM im Baltikum. Hier ließen Forward Air Controller  (FAC) Erdkampfflugzeuge A-10A Thunderbolt auf einer estnischen Autobahn landen.
FAC des USSOCOM lassen A-10s auf einer estnischen Autobahn landen. (Fotos: USSOCOM)

FAC des USSOCOM lassen A-10s auf einer estnischen Autobahn landen. (Fotos: USSOCOM)


Insofern: Many happy landings, NLPs!



Donnerstag, 10. August 2017

Glock 19 MHS - systematische One-Gun-Solution

Deutsch Wagram (ww) Glock war im Modular Handgun System (MHS)-Programm der U.S. Army einer der zwei Bewerber, der die „Competitive Range“ erreichte – also in der Endauswahl stand. Kürzlich konnten mein Kollege Waldemar Geiger (ES&T) und ich das dafür eigens entwickelte Glock-MHS der österreichischen Waffenschmiede vor Ort in Deustch-Wagram anschauen.

Das Glock 19MHS als Kit: Waffe mit eingesetztem Standard- und zwei verlängerten 19-Schuss-Magazinen sowie austauschbaren Griffrücken (Foto: JPW)
Einen ausführlichen Bericht einschließlich eines Interviews mit Dr. Stephan Dörler, Geschäftsführer der Glock Ges. m. b. H., und Richard Flür, Director International Sales, zu den Hintergründen des MHS-Projektes gibt es hier bei ES&T. Vielen Dank auch an dieser Stelle, uns den Besuch ermöglicht zu haben und für Fragen zur Verfügung gestanden zu haben! Die wichtigsten Punkte zu dem System in aller Kürze gibt es natürlich auch hier.

Dienstag, 8. August 2017

Bundespolizeidirektion 11 nimmt Dienst auf - Bündelung der Spezialkräfte

Berlin (ww) Die Bundespolizei stellt heute eine neue Direktion offiziell in Dienst: Mit dieser neu eingerichteten Bundespolizeidirektion 11 in Berlin werden verschiedene spezialisierte Bereiche der Bundespolizei zur besseren Bewältigung komplexer Einsätze im In- und Ausland in einer Behörde gebündelt.
Seit 1. August 2017 unter Führung der Bundespolizeidirektion 11: Bundespolizei-Flugdienst und GSG 9 der Bundespolizei (Foto: JPW)

Mit Wirkung zum 1. August 2017 führt die Bundespolizeidirektion 11 die Spezialkräfte GSG 9 der Bundespolizei, Bundespolizei-Fliegergruppe, Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland der Bundespolizei, Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr der Bundespolizei sowie die Einsatz- und Ermittlungsunterstützung der Bundespolizei. Darüber hinaus wurde die Fachverantwortung für die Entschärfungsdienste der Bundespolizei der Bundespolizeidirektion 11 übertragen.
Hauptziele sind, Spezialbereiche unter einer zentralen Führungs- und Einsatzstruktur zu bündeln, besondere Kompetenzen bestmöglich zu verzahnen und vereinheitlichen und so unter erhöhter Flexibilität und Anpassungsfähigkeit die Krisen- und Reaktionsfähigkeit der Bundespolizei in komplexen Lagen zu stärken. Das zielt auf folgende Vorteile ab:

* klare und eindeutige Weisungs- und Einsatzstruktur;
* schnelles und effizientes Handeln ohne Zeitverzug;
* Synergieeffekte in den Bereichen Fortbildung, Polizeitechnik und Materialmanagement;
* Erhalt von Fachwissen und speziellen Fertigkeiten;
* Entlastung des Bundespolizeipräsidiums von Vollzugsaufgaben.

Die Aufbauarbeit der Direktion hatte – wie berichtet - ab Februar 2017 begonnen. Präsident der neuen Bundespolizeidirektion 11 ist Direktor in der Bundespolizei Olaf Lindner.
Der Präsident der Bundespolizeidirektion 11, Direktor in der Bundespolizei Olaf Lindner (Mitte), brieft den Bundesminister des Innern, Thomas de Maiziere (l.) bei dessen Antrittsbesuch. Rechts von Lindner Leitender Polizeidirektor Jerome Fuchs, Kommandeur GSG 9 der Bundespolizei. (Twitter-Bild des BMI)


Olaf Lindner ist in der internationalen Spezialkräfte-Community bestens bekannt. 1966 geboren und zunächst Reserveoffizier in der Panzergrenadiertruppe, trat er 1990 in die GSG 9 ein. Dort durchlief er verschiedene Verwendungen und war unter anderem Einheitsführer der "Zwoten", also der 2. (maritimen) Einsatzeinheit. Von 2005 bis 2014 führte er den Verband als Kommandeur und leitete unter anderem den Hansa-Stavanger-Einsatz. Ebenso fungierte er von 2012 bis 2014 als Präsident des ATLAS-Kooperationsverbundes europäischer Polizei-Spezialeinheiten.
Die Liegenschaft der Bundespolizeidirektion 11 in Berlin (Foto: Bundespolizei)
Der S&T-Blog gratuliert zur Aufstellung und wünscht der neuen Direktion und ihren unterstellten Bereichen stets viel Erfolg, Fortune, Many Happy Landings und immer eine sichere Rückkehr aus den Einsätzen!

www.bmi.bund.de
www.bundespolizei.de

Sonntag, 6. August 2017

ICSR-Programm der U.S. Army - Zwischenlösung in 7,62 x 51

New Jersey (ww) Die U.S.Army sucht eine neue Langwaffe als Zwischenlösung. So schrieb das Army Contracting Command am 4. August 2017 die „Interim Combat Service Rifle (ICSR)“ aus. Bis zu 50.000 Gewehre sollen beschafft werden. Als Hintergrund nennt die U.S. Army eine Fähigkeitslücke bei der Wirksamkeit: So würden Infanterie und abgesessen kämpfende Kräfte Schwierigkeiten haben, ballistische Schutzausrüstungen mit derzeit genutzter Munition zu durchschlagen.
Das M14 war die letzte querschnittliche Langwaffe der U.S.-Streitkräfte in 7,62 x 51 mm. Es kam zwischenzeitlich als "Enhanced Battle Rifle" in der Rolle eines ZF-Gewehrs zurück in die Truppe. (Foto: U.S. Army)

Die neue ICSR – eine marktverfügbare Waffe im Kaliber 7,62 x 51 mm – soll gemeinsam mit der M80A1 Enhanced Performance Round (EPR) diese Lücke schließen und zum be- und niederkämpfen geschützter und ungeschützter Ziele dienen. Weitere Anforderungen: halb- und vollautomatisches Schießen möglich, Aufnahme eines Mündungssignaturreduzierers möglich, hohe Sicherheit, beidseitige Bedienbarkeit. Zudem sollen 20 - 30-Schuss-Magazine für eine Kampfbeladung von 210 Patronen (!) zum Lieferumfang gehören. Die gesamte Ausschreibung findet sich hier bei Federal Business Opportunities. Der S&T-Blog wird dieses Projekt aufmerksam verfolgen.

Samstag, 5. August 2017

Die letzten Stunden in Rödelheim - Sinn Spezialuhren zu Frankfurt am Main GmbH zieht um

Frankfurt a. M. (ww) Aus Rödelheim wird das westlich angrenzende Sossenheim, Mainhattan bleibt: Die Sinn Spezialuhren zu Frankfurt am Main GmbH zieht um.
Die alte Firmenzentrale (Foto: JPW)
Wer noch einmal in die alte Rödelheimer Firmenzentrale im Füldchen 5-7 will, sollte dies bis Mitte August erledigen. Vom 24. bis zum 28. August 2017 bleiben sowohl alte als auch neue Firmenzentrale für den Publikumsverkehr wegen des Umzugs geschlossen. Ebenso ist die Warenannahme zwischen dem 22. August und dem 3. September geschlossen. Die neue Firmenzentrale ist in der Wilhelm-Fay-Straße 21 in 65936 Frankfurt a. M. zu finden.
Die neue Firmenzentrale. (Foto: Sinn)
Die alten Telefonnummern behalten ihre Gültigkeit. Der S&T-Blog wünscht einen reibungslosen Umzug und freut sich schon auf den Besuch in den neuen Räumlichkeiten!

www.sinn.de

UfPro Monsoon im Mecklenburger Monsun

Güstrow (ww) Eine Neuerung des diesjährigen 9. Special Forces Workshops war (jedenfalls für mich, der bis dato nur die Güstrower Glutsonne erlebt hatte) der monsunartige Regen während des zweiten Tages. Doch jede Medaille hat zwei Seiten, und so konnte meine UfPro Monsoon-Nässeschutzjacke ihr Leistungsfähigkeit beweisen.
Mit der UfPro Monsoon im Mecklenburger Monsun. (Foto: JPW)
Um es gleich zu sagen: Sie hielt während ihres mehrstündigen Einsatzes im Mecklenburger Monsun dicht! Das liegt sicherlich an dem Qualitätsanspruch des slowenischen Unternehmens und dem Sachverstand seines Entwicklungsleiters Armin Wagner. Wer sich davon selbst überzeugen will und mehr über wasserabweisende und wasserdichte Bekleidung erfahren will, dem sei Armins aktueller Blog-Beitrag zu der Thematik ans Herz gelegt. Mehr zum 9. Special Forces Workshop in Güstrow in den nächsten Tagen hier und in den einschlägigen Publikationen.

www.ufpro.si

Freitag, 4. August 2017

Eine große Ehre - Instructor Professore Dottore 00

Fort Crack (ww) Zu den Höhepunkten im strategisch-taktischen Forscher- und Journalistenleben gehört es stets, lebende Legenden zu treffen. Ich hatte neulich wieder einmal das Vergnügen!

So lernte ich kürzlich endlich einen der sagenumwobenen Cracks der Szene kennen - Instructor Professore Dottore 00 (l.) und seinen Mitarbeiter Instructor Dottore Magister Duo. Ciao Ragazzi, es war mir eine Ehre!  Schönes Wochenende allerseits!

Mittwoch, 2. August 2017

Alles Gute, AUG - 40 Jahre Sturmgewehr 77

Bruckneudorf/Österreich (ww) Das österreichische Bundesheer hat auf dem Truppenübungsplatz Bruckneudorf den 40. Geburtstag seiner Standard-Langwaffe Sturmgewehr StG77 begangen.
Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil übergab zu diesem Anlass das neueste Modell der Waffe an Soldaten der Kaderpräsenzeinheiten und an die Militärstreife,
Minister Doskozil übergibt die neue Version des StG77 an die Truppe. (Foto: Bundesheer)

"Mit der Einführung der neuen Variante des StG77 ist ein weiterer Schritt in Richtung Verbesserung des Schutzes unserer Soldatinnen und Soldaten gewährleistet", so der Minister. Bereits seit 2016 investiert die Alpenrepublik jährlich etwa 10 Millionen Euro in die Bewaffnung ihrer Soldaten. Für die Infanterie und Spezialkräfte wurde die neue Version des StG 77 angeschafft, die nun zur Truppe zuläuft.

Montag, 31. Juli 2017

In tiefer Trauer - Spendenaufruf für die Angehörigen der "Tiger-Besatzung"

Fritzlar/Calw (ww) Am 26.072017 ist in Mali ein Kampfhubschrauber "Tiger" der Bundeswehr abgestürzt. Dabei kamen beide Besatzungsmitglieder, ein Major und ein Stabshauptmann ums Leben. Der S&T-Blog spricht allen Angehörigen, Kameraden und Freunden sein tiefes Mitgefühl aus.

Auch die Gemeinschaft Deutscher Kommandosoldaten ist von dieser Nachricht tief getroffen: "Wir trauern um zwei tapfere Soldaten. In Gedanken stehen wir in dieser schweren Stunde geschlossen an der Seite Ihrer Familien." Die Gemeinschaft Deutscher Kommandosoldaten sammelt Spenden auf folgendem Konto:

Einer von uns e.V
IBAN: DE59666500850004038410
BIC: PZHSDE66XXX
Verwendungszweck : Spende Mali
Die Spenden werden zu 100% an die Angehörigen weitergeleitet.

Freitag, 28. Juli 2017

Legendäre Lufthansa-Maschine "Landshut" kommt nach Hause

Berlin/Fortaleza, Brasilien (ww) Die Diskussion lief schon eine ganze Weile, jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen: Die legendäre Lufthansa-Maschine "Landshut" kehrt zurück in die Heimat. Die "Landshut" ist ein Symbol des Sieges des Rechtsstaates gegen terroristische Bedrohung . Am 13. Oktober 1977 entführten palästinensische Terroristen die Maschine, um die Bundesregierung zur Freilassung von RAF-Terroristen zu erpressen. Nach einer Odyssee und der Ermordung des Kapitäns Jürgen Schumann (16. Oktober 1977 in Aden) landete sie schließlich in Mogadischu/Somalia- Dort befreite die GSG 9 in der Operation Feuerzauber  in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1977 alle verbliebenen Geiseln. Den Moment hielt Heinrich Achten auf einem Gemälde fest.

Wie verschiedene Medien berichten, soll die zuletzt in Diensten einer brasilianischen Fluggesellschaft gestandene und inzwischen flugunfähige Boeing 737-200 vom Auswärtigen Amt gekauft worden sein. Demnächst erfolgt der Lufttransport vom jetzigen Standort Fortaleza/Brasilien nach Deutschland. Hier soll die Landshut dann restauriert und im Dornier-Museum Friedrichshafen ausgestellt werden.

Montag, 24. Juli 2017

Nachwuchswerbung - na geht doch!

Eckernförde (ww) Gute Bezahlung, Studium, Aufstiegschancen - und dabei möglichst wenig Kriegsgerät. Daran hatte man sich bei Bundeswehr-Werbespots gewöhnt. Daß es auch anders geht, führt mal wieder die Deutsche Marine vor, mit einem sehenswerten Kampfschwimmer-Imagefilm.

Ahoi, Kameraden! Klasse gemacht!

Montag, 17. Juli 2017

System Infanterie von Rheinmetall

Düsseldorf (ww) Rheinmetall hat sein neues „System Infanterie“ vorgestellt. Das teilt der Düsseldorfer Konzern am 17 Juli 2017 mit. Das System Infanterie soll die Kampfkraft der abgesessenen Kräfte in Verbindung mit unbemannten Systemen und unterstützenden Feuerkomponenten erheblich steigern.
Die Komponenten des Systems Infanterie von Rheinmetall. (Foto: Rheinmetall)

Im Zentrum des Systems steht der Infanterist. Er übernimmt auch in den auf die neuen Einsatzszenarien ausgerichteten Landstreitkräften eine zentrale Funktion. Der Infanterist muss sich im hochmobilen, hauptsächlich abgesessenen Einsatz in schwierigem, unübersichtlichem Gelände und meist auch im urbanen Umfeld bewegen – teilweise unter extremen klimatischen Bedingungen. Er ist einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt und muss sich gegen symmetrisch und auch asymmetrisch operierende Gegner mit der angemessenen Intensität durchsetzen können.
Rheinmetalls System Infanterie vernetzt die Soldaten, ihre Sensoren und Effektoren einschließlich ihrer unbemannten Systeme und Fahrzeuge zu hoch wirksamen Gefechtsverbunden, schafft ein einheitliches Lagebild und bindet die einzelnen Komponenten in die vernetzte Operationsführung ein. Das System ist für den infanteristischen Einsatz in schwierigem Gelände einschließlich des Kampfes im bebauten Gelände ausgelegt.


Donnerstag, 6. Juli 2017

Nochfolge rollt - HX2-Familie wird neue Logistikfahrzeuggeneration der Bundeswehr

Koblenz/München (ww) Die Entscheidung im Großvorhaben „Ungeschützte Transportfahrzeuge (UTF) der Bundeswehr ist gefallen: Rheinmetall MAN Military Vehicles hat am 5. Juli 2017 einen Rahmenvertrag für die Lieferung von über 2200 hochmodernen militärischen LKWs an die deutschen Streitkräfte erhalten.
HX2 6x6 (Foto: Bundeswehr)
Die neuen Fahrzeuge der HX2-Familie von Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) lösen ab 2018 die alten Modelle der KAT I-Generation ab, die teils schon vor 40 Jahren beschafft wurden. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters und der somit steigenden Ersatzteil- und Lebenswegkosten genügen sie nicht mehr heutigen Standards. Der jetzt durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) erteilte und auf sieben Jahre angelegte Rahmenvertrag umfasst die Gesamtzahl von 2271 Fahrzeugen der HX2-Familie im Bruttowert von rund 900 MioEUR (760 MioEUR netto). In einem ersten Schritt wurde ein Los von 558 LKWs (inklusive Sonderwerkzeugen und Ausbildungsleistungen) unter Vertrag genommen, was einem Bruttoauftragsvolumen von rund 240 MioEUR (200 MioEUR netto) entspricht. Der überwiegende Teil der wesentlichen Komponenten – Motoren, Achsen, Getriebe und Aufbauten – entstammt deutscher Fertigung, die Montage der Fahrzeuge wird im Wiener Werk der RMMV erfolgen. Die Auslieferung dieses ersten Loses erstreckt sich auf den Zeitraum 2018 bis 2021.

HX2 - bewährte Großserientechnik maßgeschneidert für den militärischen Bedarf
Moderne Streitkräfte sind bei ihren Einsätzen im In- und Ausland darauf angewiesen, dass jederzeit Mobilität und zuverlässiger Nachschub sichergestellt sind. Robustheit, Vielseitigkeit und Funktionalität auch bei widrigsten Straßenverhältnissen und in schwerstem Gelände sind wichtige Kriterien. Von erheblich gewachsener Bedeutung sind auch flexibel zurüstbare Schutzlösungen, die der Sicherheit der Besatzungen dienen.

Die neueste HX2-Fahrzeuggeneration von RMMV erfüllt alle diese Kriterien. Sie basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung, im Bau und nicht zuletzt auch der Betreuung militärischer Fahrzeuge. Gleichzeitig gehören HX2-LKWs weltweit zu den Fahrzeugtypen mit der höchsten Einsatzerfahrung: Weltweit befinden sich bisher rund 10.000 Exemplare im Einsatz.
Die HX-Familie gibt es in den Varianten 4x4 (2-Achser) bis 10x10 (5-Achser) zum Beispiel als Cargo- oder Bergefahrzeug, als Tankwagen, Systemträger, Faltstraßen- oder Brückenleger. Die Motoren der verschiedenen Modelle sind auf eine Leistung von bis zu 680 PS ausgelegt.
Aus dem Fahrzeugfamiliengedanken resultiert eine weitgehend identische Bedienung, Wartung, Instandsetzung sowie Ersatzteilgleichheit und damit geringe Nutzungsdauerkosten. Darüber hinaus bietet RMMV Service aus einer Hand an.

Die Fahrzeugfamilie folgt konsequent dem MOTS-Ansatz (Military-off-the-Shelf): Genutzt werden erprobte und zuverlässige modifizierte Großserienkomponenten, die speziell auf militärische Bedürfnisse ausgelegt wurden, so dass maßgeschneiderte Militärfahrzeuge bei höchster Kosteneffizienz entstanden sind.
HX2 8x8 im Gelände (Foto: Bundeswehr)


Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal der Fahrzeuge ist die nachhaltige Auslegung des Fahrgestells zur Tragfähigkeit von Schutzausstattung. Mit der höchsten Vorderachslast in seiner Klasse ist das Fahrzeug in der Lage, noch besser geschützte und ausgestattete Fahrerhäuser für bis zu drei Personen aufzunehmen. Die Kabinen können mit einer optionalen ABC-Schutzbelüftungsanlage, mit integrierten Führungs- und Informationssystemen, Anbindungen für Soldatensysteme, fernbedienbaren Waffenstationen, Jammern, aktiven Verteidigungssystemen (ADS) oder Schnellnebelschutzsystemen ausgerüstet werden.

Von vornherein sind diese Trucks nicht nur auf höchste Robustheit, Nutzlast, Mobilität und Geländegängigkeit ausgelegt, sondern serienmäßig gemäß STANAG auch auf Einsatz-bereiche bei Temperaturen von -32°C bis +49°C Grad Celsius. Sie können aber auch auf jegliche anderen klimatischen Bedingungen angepasst werden, so ist bei Bedarf für etliche Fahrzeuge ein Arctic-Kit für Temperaturen bis -46°C erhältlich. Weiterhin besteht die Möglichkeit, ohne große Umbaumaßnahmen C4I Systeme einzurüsten. Die Fahrzeuge zeichnen sich auch über die beste erreichte EMV-Verträglichkeit bei LKWs aus.

Weitere spezielle Leistungsmerkmale sind die serienmäßige Watfähigkeit von 1,5 Metern ohne Vorbereitung und hochentwickelte Motoren mit voller F34-Treibstoffverträglichkeit gemäß NATO Single Fuel Konzept.

Weltweit in Nutzung
Die hohe weltweite Verbreitung von RMMV-Fahrzeugen bringt gerade im Hinblick auf multinationale Einsätze große Vorteile bei Interoperabilität und Logistik. Aktuell gehören unter anderem Großbritannien, Australien, Neuseeland und Dänemark zum Nutzerkreis. Norwegen und Schweden haben ebenfalls Aufträge in nennenswerten Größen bei RMMV platziert.
Mit der jüngsten Beauftragung durch die Bundeswehr stellt Rheinmetall einmal mehr seine führende Rolle als Systemhaus der Heerestechnik und insbesondere als Anbieter eines umfassenden Portfolios im Bereich der Ketten- wie auch der taktischen und der logistischen Radfahrzeuge unter Beweis.


www.rheinmetall-defence.de

Dienstag, 4. Juli 2017

Bundeswehr modernisiert ihre Boxer-Flotte auf Konstruktionsstand A2

München (ww) Die Bundeswehr modernisiert ihre Boxer-Flotte. So bringen die deutschen Streitkräfte 124 Gruppentransportfahrzeuge, 72 schwere geschützte Sanitätsfahrzeuge, 38 Führungsfahrzeuge und zwölf Fahrschulfahrzeuge auf den Konstruktionsstand Boxer A2. Ein entsprechender Auftrag der europäischen Rüstungsagentur OCCAR erging am 28. Juni 2017 an das Boxer-Konsortium ARTEC, ein Joint Venture von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall.
Die Umrüstung der Boxer-Fahrzeuge auf den neuen Konstruktionsstand A2 umfasst umfangreiche Modernisierungen sowohl des Fahr- als auch des Missionsmoduls
Im Einsatz bestens bewährt: Das GTK Boxer. (Foto: Bundeswehr)
Zur Kampfwertsteigerung der Fahrmodule auf den Konstruktionsstand A2 gehören unter anderem der Einbausatz „Fit-for“-Fahrersichtsystem, Änderung der Abgas - und Kühlluftführung, neue Umverstauungskonzepte für das Abschleppseil und den Fahrerstand sowie die Abdeckung des Heckscheinwerfers. Ebenso wird eine mit der Automatischen Identifizierungstechnik (AIT) konforme Kennzeichnung eingeführt. Weiterhin werden Forderungen aus Safety-Workshops umgesetzt, darunter die ABS-Funktionsüberprüfung oder die Überwachung der Differentialsperre.
Bei den Missionsmodulen umfassen die Modifikationen des Konstruktionsstandes A2 grundsätzlich eine Brandunterdrückungsanlage (BUA), AIT-Kennzeichnung, eine Fernlenkbare Waffenstation FLW200 mit Mehrplatzbedienung, Tochterbildanzeigen für Kommandant und Gruppenführer, die Bereitstellung des Videosignals des Fahrersichtsystems am Kommandantenplatz sowie die Anpassung der Außenverstauung, der Antennenkonfiguration und der Beladung. Dazu kommen Anpassungen der Kommunikationsausstattung und der Software.
Beim Führungsfahrzeug wird weiterhin eine neue Kommunikationsausstattung verbaut. Bei der IT-Ausstattung werden zusätzliche Komponenten integriert, darunter DVI-, LAN-, Y-Adapterkabel und ein DC/DC-Wandler. Ebenso wird Internet-Telefonie (Voice over IP/ VoIP) integriert.
Beim schweren geschützen Sanitätsfahrzeug werden Waffentaschen zur Verstauung von G36 integriert. Beim Fahrschulfahzeug erfolgen Anpassungen des Ausbilderplatzes. Insbesondere werden baugleiche Fahersichtsystem-Monitore wie am Platz des Kraftfahrers eingesetzt.


www.artec-boxer.com
www.kmweg.de
www.rheinmetall.com





Montag, 3. Juli 2017

SIG Sauer stellt MCX VIRTUS vor

Newington, N.H./USA (ww) SIG SAUER stellt sein Waffensystem MCX VIRTUS vor. Die Plattform in den Kalibern 5,56 x 45 mm NATO und .300 BLK (7,62 x 35 mm) basiert auf dem SIG MCX.
SIG MCX VIRTUS Patrol (Foto: SIG Sauer)


In den letzten Jahren setzte SIG Sauer das Feedback seitens der MCX-User von Spezialkräften weltweit um. Diese flossen in das MCX VIRTUS ein. Die Produktverbesserungen zielten auf höhere Genauigkeit, weiter verbesserte Modularität, und eine hohe Lebensdauer von über 20.000 Schuss für alle Teile des Systems. Das SIG MCX VIRTUS lässt sich durch unterschiedliche Lauflängen, Schulterstützen, Handschutze und Farbgebungen in über 500 Varianten konfigurieren. Geblieben sind bewährte Elemente wie das Kurzhub-Gaskolbensystem, die Verschlusskonstruktion und die kaltgehämmerten Läufe (9“, 11,5“ und 16“), welche allerdings jetzt mit einem schwereren Profil versehen sind. Sie lassen sich auf Nutzerebene austauschen. Ebenso ist der neue SIG-Matchlite-Druckpunktabzug verbaut.
SIG MCX VIRTUS SBR (Foto: SIG Sauer)


Ein neues konisches Profil der Verriegelungswarzen soll die Verschlussbewegungen flüssiger machen und die Lebensdauer des Verschlusses erhöhen. Weiterhin gib es acht verschiedene Handschutze mit M-LOK-Befestigungssystem. Die Namensgebung des MCX VIRTUS bezieht sich auf das gleichnamige lateinische Wort, welches für  Mut, Tapferkeit und Exzellenz steht. Es soll somit den Geist der MCX-Nutzer widerspiegeln.


https://www.sigsauer.com/products/firearms/rifles/sig-mcx-virtus/

Mittwoch, 28. Juni 2017

Vorwärts marsch - Bundeswehr bestellt weitere Soldatensystem Infanterist der Zukunft - Erweitertes System

Koblenz/Düsseldorf (ww) Die deutschen Streitkräfte modernisieren ihre Infanterie weiter. So hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) am 27. Juni 2017 weitere 68 Zugausstattungen des Soldatensystems IdZ-ES bei Rheinmetall bestellt. Der Bruttowert dieses Auftrags liegt bei rund 370 Millionen Euro (Netto: 310 Mio Euro). Die Auslieferung an die Truppe erfolgt ab 2018 und wird Ende 2020 abgeschlossen sein.
IdZ-ES. Die Bekleidungs-, Schutz- und Trageausstattung der neuen Systeme
wird im Fünf-Farb-Tarndruck ausgeliefert werden. .
(Foto: Rheinmetall)
Die modulare Kampfausstattung „Infanterist der Zukunft-Erweitertes System“ (IdZ-ES) bindet die abgesessen operierenden Soldaten in die vernetzte Operationsführung ein. Als „boots on the ground“ entdecken, erkennen und identifizieren sie Ziele und bekämpfen sie – entweder durch ihre eigenen Kampfmittel oder durch andere Effektoren des Verbundes Aufklärung-Führung-Wirkung. Die schnelle, präzise, angemessene Bekämpfung von Zielen trägt somit nicht nur zum Schutz eigener Kräfte, sondern auch zum Schutz der Bevölkerung und zur Vermeidung von Kollateralschäden bei. Seit Sommer 2013 befindet sich IdZ-ES im Einsatz in Afghanistan.

Montag, 26. Juni 2017

Auftrag ausgeführt: Airbus liefert letzten H145M LUH SOF termingerecht an die Luftwaffe aus

Donauwörth (ww) Am 26. Juni 2017 übergab Airbus Helicopters den letzten von 15 leichten Mehrzweckhubschraubern des Typs H145M LUH SOF an die Bundeswehr. Die beim Hubschraubergeschwader 64 in Laupheim stationierten Helikopter werden für die Spezialkräfte der Bundeswehr in den Einsatz gehen.  LUH SOF steht für „Light Utility Helicopter (LUH) Special Operations Forces (SOF)“, also „Leichter Unterstützungshubschrauber für Spezialkräfte“.
H145M LUH SOF des Hubschraubergeschwaders 64 in Formation (Foto: Airbus/Bundeswehr)
Bei der H145M handelt es sich um die militärische Version des bewährten zweimotorigen Zivilhubschraubers H145, der 2014 erstmals ausgeliefert wurde. Inzwischen hat die gesamte H145-Flotte es auf über 50.000 Flugstunden gebracht. Mit einem maximalen Abfluggewicht von 3,7 Tonnen kann die agile H145M für ein breites Spektrum an Aufgaben in den Bereichen Transport, Versorgung, Überwachung, Luftrettung, bewaffnete Aufklärung und medizinische Evakuierung verwendet werden. Die H145M LUH SOF der Bundeswehr sind ausgestattet mit einem Abseilsystem zur Verbringung von Spezialkräften, einem Hochleistungskamerasystem zur Aufklärung sowie Vorrichtungen zur Feuerunterstützung im Einsatz und ermöglicht damit den Spezialkräften eine breite Vielfalt an neuen Einsatzmöglichkeiten. Darüber hinaus bietet der neue Hubschrauber mit einem ballistischen Schutz sowie einer elektronischen Selbstschutzanalage ein hohes Maß an Sicherheit im Einsatz.

Sonntag, 25. Juni 2017

Kommandeurwechsel beim Kommando: BG Alexander Sollfrank folgt BG Dag Baehr beim KSK

Calw (ww) Das Kommando Spezialkräfte steht unter neuer Führung. Am vergangenen Freitag (23.06.2017) übergab der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Generalmajor Andreas Marlow, die Führung des in Calw stationierten Eliteverbandes von Brigadegeneral Dag Baehr an Brigadegeneral Alexander Sollfrank.

Die Kommandoübergabe in Calw: BG Dag Baehr, GM Andreas Marlow, BG Alexander Sollfrank (Foto: KSK)
Für Brigadegeneral Baehr geht es zunächst ans Royal College of Defence Studies in London. Brigadegeneral Sollfrank ist gelernter Panzergrenadier und Infanterist (Jäger und Gebirgsjäger). Der 1966 geborene Franke studierte an der Bundeswehr-Universität München Staatswissenschaften und nahm zudem am 42. Lehrgang General- und Admiralsstab National teil. Es schlossen sich Verwendungen als Planungsstabsoffizier im Einsatzführungskommando der Bundeswehr und als Referent im Führungsstab des Heeres an. Von 2006 bis 2009 diente Sollfrank als Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232.  Weitere herausragende Verwendungen waren Referent im Planungstab des BMVg, G3 der 10. Panzerdivision und Chef des Stabes der Division Schnelle Kräfte. In seiner letzten Verwendung führte Sollfrank die Gebirgsjägerbrigade 23, die er im Juni 2017 an Oberst Jared Sembritzki übergab. Einsatzerfahrung sammelte der Vater zweier Kinder in Somalia, auf dem Balkan und in Afghanistan.
Der S&T-Blog gratuliert beiden Generalen herzlich und wünscht alles Gute, viel Erfolg, Freude, Fortune, Soldatenglück und Gottes Segen für die neuen Verwendungen!

Freitag, 23. Juni 2017

Neuer Sniper-Long-Distance-Rekord: Kanadischer Scharfschütze erzielt bestätigten Treffer auf 3.540 Meter

Irak und Ottawa/Kanada (ww) Ein kanadischer Scharfschütze hat einen neuen Rekord für einen bestätigten Treffer auf weite Distanzen aufgestellt. Wie das kanadische Special Operation Forces Command am 22. Juni 2017 mitteilte, traf der zur Joint Task Force 2 gehörige Sniper bei einem Einsatz im Irak ein Ziel auf 3.540 Meter. Die Bekämpfung dauerte weniger als zehn Sekunden, der Treffer wurde u. a. auf Video aufgezeichnet. Nähere Angaben machte das Kommando nicht.
Kanadischer Scharfschütze mit C15 LRSW im Training. (Foto: MoD Canada)
Kanadische und britische Medien berichten, daß der Scharfschütze im Rahmen einer Beratermission für irakische Sicherheitskräfte eingesetzt gewesen war und einen Angriff seitens des „Islamischen Staates“ abgewehrt habe. Bei der eingesetzten Waffe soll es sich um ein McMillan Tac-50 gehandelt habe. Diese Waffe ist bei den kanadischen Streitkräften als C15 Long Range Sniper Weapon (LRSW) katalogisiert.
Der bisherige Rekord für einen bestätigten Treffer auf weite Distanz stammt von Corporal of Horse Craig Harrison von der Household Cavalry. Der Brite schaltete mit seinem L115A3 (Accuracy International, .338 Lapua Magnum) im November 2009 zwei Aufständische auf 2.475 Meter aus. Die beiden folgenden Plätze halten wiederum zwei Kanadier aus dem gleichen Verband, nämlich dem 3rd Bataillon, Princess Patricia’s Light Infantry. Corporal Rob Furlong traf im März 2002 auf 2.430 Meter, Master Corporal Arron Perry im gleichen Monat auf 2.310 Meter. Beide setzten C15 LRSW ein.
Mehr zum Thema Scharfschützen findet sich im VISIER Special 71 „Scharfschützen II“, welches ich im November 2013 veröffentlicht habe. Erhältlich im VS Medien Shop.
P.S.: Danke für den Hinweis auf die Verwirrung hinsichtlich der Distanz: Es kursierten zwischenzeitlich die Angaben 3.450 und 3.540 Meter. Der höhere Wert ist der zutreffende.

Montag, 19. Juni 2017

Digitalisierte Ausbildungshilfen - Jubiläumsangebot von Oberst Oestmann

Neumünster (ww) Wohl jedem Unteroffizier und Offizier sind die Hilfen für Ausbildung und Einsatz von Oberst a. D. Rainer Oestmann ein Begriff. Sein Buch „Dazu befehle ich…“ hat der Verfasser dieser Zeilen während unzähliger Taktiklehrgänge sowie Übungen mit Gewinn genutzt – unter anderem auf der HTW und dem Bataillonskommandeurlehrgang.

Bewährtes Buch: "Dazu befehle ich..." von Rainer Oestmann (Foto: JPW)

Gerne gebe ich daher an dieser Stelle den Hinweis von Oberst a. D. Oestmann auf sein Jubiläumsangebot digitalisierter Ausbildungshilfen weiter:

"Danke für 30 Jahre!
Seit Beginn meiner Autorentätigkeit im Jahre 1987 haben unzählige
 „Hilfen für Ausbildung & Einsatz“ mit unterschiedlicher Thematik und Zielsetzung den Weg in die Beintaschen der Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgradgruppen im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus gefunden.

Angesichts dieses Jubiläums und der Tatsache, dass ich vor einigen Monaten den entscheidenden Schritt in die Digitalisierung gewagt habe und jetzt Smartphones und Tablets zur stets griffbereiten Informationsvermittlung nutze, möchte ich allen Soldatinnen und Soldaten, denen ich in den vergangenen 30 Jahren Hilfestellung und Ratgeber sein konnte, mit einer besonderen Aktion danken:
1.    Loggen Sie sich bitte vom 21.06 - 23.06.17 wie gewohnt mit Ihrem persönlichen Smartphone oder Tablet bei AMAZON ein.
2.    Geben Sie in die Suchfunktion Rainer Oestmann#kindle ein.
3.    Eine Auswahl von E-Manuals  unterschiedlichster Thematik und Zielsetzung steht Ihnen dann zum halben Preis zum Download zur Verfügung.

Sollten Sie sich vorab in Ruhe informieren wollen, finden Sie alle wichtigen Informationen auf meiner Homepage.

Nochmals herzlichen Dank und
mit freundlichen Grüßen
Rainer Oestmann"


Dem Jubiliar ein freundliches „Panzer Hurra“ und viel Erfolg für die weitere Autorentätigkeit!
www.rainer-oestmann.de

SmartGlider - neue Lenkflugkörperfamilie von MBDA

Le Bourget (ww) MBDA stellt erstmals seine neue Lenkflugkörperfamilie SmartGlider vor. Sie soll ab 2025  für Kampfflugzeuge verfügbar sein und ist besonders als Gegenmaßnahme zu „Anti Access“-Strategien und andere neuartige Bedrohungen optimiert. Die Luft-Boden-Lenkflugkörperfamilie sollen über eine Reichweite von rund 100 km verfügen und moderne vernetzte Boden-Luft-Bedrohungen mit kurzer und mittlerer Reichweite sowie bewegliche und gehärtete stationäre Ziele bekämpfen können.
Konzeptstudie des SmartGlider (Grafik: MBDA)
Zur Familie gehören zunächst zwei Flugkörper. Der kompakte SmartGlider Light wiegt bei einer Länge von zwei Metern 120 Kilo. 12 bis 18 SmartGlider Light lassen sich dank eines Hexabomb Smart Launchers (HSL) an einem Flugzeug transportieren und von dort aus einsetzen. Durch die hohe Feuerkraft gegen die feindliche Luftverteidigung ermöglicht SmartGlider den First-Day-Entry. Weiterhin lässt sich der SmartGlider Light gegen ein weites Zielspektrum einsetzen: gegen gehärtete und befestigte ortsfeste Ziele wie Hangars oder auch gegen bewegliche Ziele, die sich sonst nur auf große Abstände und mit hoher Intensität bekämpfen lassen.
Der in Entwicklung befindliche  1.300 Kilogramm schwere SmartGlider Heavy kann einen Mehrzweck-Gefechtskopf von über einer Tonne Gewicht tragen und größere, gehärtete Ziele bekämpfen.
www.mbda-systems.com

Mittwoch, 14. Juni 2017

Bemerkenswerte Biographie - Ulrich K. Wegener: GSG9. Stärker als der Terror

Bonn (ww) Am 13. Juni stellten der LIT-Verlag  und die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn die bemerkenswerte (Auto-)Biographie von Ulrich K. Wegener vor: GSG9 – stärker als der Terror.


Zwei Zeitzeugen der "Operation Feuerzauber": Ulrich K. Wegener signiert Gabriele von Lutzau ein Exemplar seines Buches. (Foto. JPW)

Eindrucksvoll schildert der Gründungskommandeur der GSG 9 in dem  von Ulrike Zander und Harald Biermann herausgegebenen Band seinen Lebensweg. Die „Operation Feuerzauber“ am 18. Oktober 1977 in Mogadischu, bei der Wegener und seine Männer alle 86 Geiseln aus der von palästinensischen Terroristen entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ ohne eigene Verluste befreiten, nimmt naturgemäß den größten Raum ein. Doch auch bis zum Weg dahin und den Jahrzehnten danach erfährt man etliche Innenansichten aus der Feder des Zeitzeugen.

Laser-Licht-Module für österreichische Sicherheitskräfte

Wiener Neustadt (ww) Polizeiliche und militärische Spezialkräfte aus Österreich nutzen weiterhin Laser-Licht-Module von Rheinmetall an ihren Handwaffen. So hat das österreichische Bundesministerium des Innern für die Spezialeinheit „Cobra“ im ersten Quartal 2017 580 Sätze des Laser-Licht-Moduls VarioRay bestellt. Der Auftrag im Wert von über einer Million Euro befindet sich gegenwärtig in Auslieferung.
Jagdkommando-Soldat mit VarioRay am StG77A2 und Manta-Cover auf dem Schalldämpfer. (Foto: Bundesheer)
Das Jagdkommando des Bundesheeres hat ebenfalls das VarioRay in Nutzung. Darüber hinaus hatte das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport schon Ende 2016 weitere Laser-Licht-Module Österreichische Bundesheer 600 Sätze des auf dem Laser-Licht-Modul LLM-01 basierenden Taktischen Laser-Licht-Moduls (TLLM) für das Sturmgewehr StG 77 und 164 Sätze TLLM für das Maschinengewehr MG74 bestellt. Dieser Auftrag lag ebenfalls bei einem Wert von über einer Mio EUR.

Dienstag, 13. Juni 2017

Streiche X: SIG Sauer P320 MHS XM17 wird M17 Modular Handgun System

Washington D. C. (ww) Die SIG P320 tritt nun endgültig ihre Karriere in den US-Streikräften an. Am 6. Juni 2017 lehnte der US-Rechnungshof (Government Accountability Office, GAO) den Einspruch der österreichischen Waffenschmiede Glock gegen die am 19. Januar veröffentlichte Entscheidung der U.S. Army ab.
Die Erprobungsmodelle der SIG Sauer P320 MHS tragen noch die Versuchsbezeichnung XM17. (Foto: JPW)
Die P320 MHS in der Full Size-Version trägt die Bezeichnung M17, die Compact-Variante läuft als M18. Beide Versionen kommen in 9mm x 19. SIG Sauer liefert das MHS als eine fertig montierte Pistole mit zwei Ersatzgriffstücken, einem 17-Schuss und zwei 21-Schuss-Reservemagazinen aus. Unser Freund Eric Graves/Soldiersystems.net stellte uns dieses Bild zur Verfügung - vielen Dank dafür!
Das M17-Kit, wie es ausgeliefert werden soll. (Foto: Eric Graves)
Der Auftragswert für die U.S. Army liegt bei 580,217,000 US-Dollar (544.243.546 Euro) und umfasst 280.000 M17 und 7.000 M18, Zubehör und Munition. Die Fertigung erfolgt in den USA und soll voraussichtlich Anfang 2027 abgeschlossen sein. Die erste Lieferung geht nach Fort Campbell in Kentucky zur 101st Airborne Division. Somit werden die „Screaming Eagles“ erster Nutzer der neuen Kurzwaffe.  Neben der U.S. Army wollen auch die anderen Teilstreitkräfte die Pistole beschaffen. Dabei stehen bei der U.S. Air Force 130.000, bei der U.S. Navy 61.000 (hier ausschließlich M18) und beim U.S. Marine Corps 35.000 Pistolen in Rede. Mehr zum MHS demnächst in VISIER und ES&T.

Bildungsreise im Burgenland - Salut von der Brucker Pforte

Brucker Pforte (ww) Die Leser, welche mir auf Twitter (@JPW_FIDES) folgen, werden es sicherlich mitbekommen haben: Die letzten Tage befand ich mich auf Bildungsreise im Burgenland und in Wien. Daher auch an dieser Stelle nochmals ein kurzer Salutschuss von der Brucker Pforte!


Dort lässt sich noch heute die im Kalten Krieg errichtete Festung Ungerberg besichtigen. Die Kollegen von Spartanat.com und ich hatten das Vergnügen, von Vizeleutnant a. D. Leo Pichler durch die Anlagen geführt zu werden. Er war einst für die Versorgung der in dem Abschnitt Ungerberg/Gaisberg eingesetzten Sperrbataillons 112 zuständig und schilderte als Zeitzeuge eindrücklich den Dienst in der Festung. Ein unbedingter Tipp! Leo, ich danke Dir an dieser Stelle nochmals! Mehr dazu demnächst hier und in den einschlägigen Publikationen.



Mittwoch, 31. Mai 2017

Nexter Robotics erweitert NERVA-Familie

Ottawa/Versailles (ww) Nexter Robotics, ein Tochterunternehmen von Nexter, hat seine Roboterfamilie NERVA erweitert. So ist neben dem Flaggschiff NERVA LG nun auch die schwerere Version NERVA LGH verfügbar.
Die NERVA-Familie erhält Zuwachs. (Foto: Nexter)

Das auf der CANSEC 2017 vorgestellte NERVA LGH wiegt 12 Kilo und ist im Hinblick auf Reichweite und Mobilität verbessert. Ebenso neu ist die verbesserte zweirädrige NERVA S, die jetzt auch über eine Wärmebildkamera verfügt.
Mobility-Kit (Raupenketten) und CBRN-Detektor (Foto: Nexter)

Für alle NERVA-Modelle gilt nach wie vor, daß diverse Nutzlasten (Manipulatorarm, 3D-Scanner, Schussdetektor oder CBRN-Detektor) sowie Raupenketten verfügbar sind. Die Steuerung kann über Computer, Tablet oder Smartphone erfolgen. Wegpunktenavigation oder automatische Rückkehr nach ausgeführtem Auftrag sind bewährte Kennzeichen für autonomen Einsatz. Der kombinierte Einsatz mit UAV für Transport oder als Relaisstation erweitert die Reichweite zusätzlich.

www.nexter-group.fr




Montag, 29. Mai 2017

Aller guten Dinge sind drei - UfPro startet dreiteilige Videoserie über Nahkampftechniken und Gewinnspiel

Trzin, Slowenien (ww) Der slowenische Spezialist UfPro gehört längst zu den etablierten Größen für moderne taktische Bekleidungssysteme. Jetzt hat das Team um Armin Wagner eine dreiteilige Videoserie über Nahkampftechniken herausgebracht. Im "Pro's guide to close combat" geben Spezialkräfte-Ausbilder Hinweise, wei man sich im waffenlosen Nahkampf, bei der Verteidigung gegen Blankwaffen sowie beim Kampf mit Schusswaffen taktisch zweckmäßig verhalten kann.

Waffenloser Nahkampf. (Foto: UfPro)
UfPro hat das ganze darüber hinaus mit einem Gewinnspiel gekoppelt. Wer sich registriert und weitere Kameraden als Zuschauer gewinnt, kann Ausrüstung im Wert von 500 Euro gewinnen. Mehr Infos auf der homepage des Unternehmens: www.ufpro.si

Euro 6 für die Eidgenossen - Iveco Defence liefert moderne LKW an Schweizer Armee

Bozen/Bern (ww) Iveco Defence Vehicles hat von der eidgenössischen Beschaffungsorganisation armasuisse den Auftrag zur Lieferung von 400 Euro 6-kompatiblen LKW erhalten. Die Fahrzeuge sollen zwischen 2017 und 2021 ausgeliefert werden.
Iveco Trakker für die Schweizer Armee. Foto: Iveco Defence Vehicles

Die Anfangsbeauftragung gehört zu einem 2015 geschlossenen Rahmenvertrag, der die Lieferung einer neuen Fahrzeugflotte zwischen 2016 und 2022 vorsieht. Die Auswahlentscheidung war nach einer zwei Jahre langen Marktsichtungs- und Testphase erfolgt.
Die neue Fahrzeugflotte umfasst eine Vielzahl von Varianten. Hierzu zählen 4x2, 4x4, 6x2, 6x6, 8x6 und 8x8-Fahrzeuge der neuen Stralis- und Trakker-Serien. Die Fahrzeuge erhalten verschiedene Aufbauten, einige auch geschützte Kabinen. Alle LKW sind voll mit den Euro 6-Emissionsvorschriften konform und Single-Fuel-tauglich. Der Vertrag umfasst weiterhin Produktmanagement, Unterstützungs- und Servicleistungen, die in enger Kooperation mit Iveco Switzerland erbracht werden.
Bereits 1996 und 2006 hatte Iveco Defence Vehicles Aufträge der Schweizer Armee erhalten, weshalb der neuerliche Erfolg das vertrauensvolle Verhältnis beider Vertragspartner unterstreicht.

www.cnhindustrial.com

Mittwoch, 24. Mai 2017

8x8 CAESAR für Dänemark - neuer Nexter-Nutzer im Norden

Versailles/Kopenhagen (ww) Die dänische Artillerie erhält demnächst die 155mm-Haubitze 8x8 CAESAR von Nexter.  So beauftragte die dänische Beschaffungsorganisation DALO das französische Wehrtechnikunternehmen mit der Lieferung von 15 Systemen. Zusätzlich gibt es eine Option für sechs weitere Haubitzen.
8x8 CAESAR von Nexter (Foto: Nexter)
Die 8x8 CAESAR ist eine 155mm-Haubitze auf radbeweglicher Selbstfahrlafette. Die Abkürzung steht für "CAmion Equipé d’un Système d’ARtillerie" (mit Artilleriesystem ausgestatteter LKW). Die neue 8x8-Variante hat 30 Tonnen Nutzlast, verfügt über ein neues automatisches Ladesystem und kann 30 Geschosse mitführen . Sie ist mit in der NATO genutzter 155mm-Munition für 39 und 52 Kaliberlängen kompatibel. Die Reichweite liegt bei bis zu 45 km, mit VLAP-Projektilen kann sie auch 50 km erreichen. Die Schussfolge liegt bei sechs Geschossen pro Minute.
Rückansicht der 8x8 CAESAR (Foto: Nexter)
Die französischen Streitkräfte nutzen CAESAR in der 6x6-Variante (18 Tonnen Nutzlast/18 Geschosse an Bord) bereits seit ihrer Einführung 2009.  Das Geschütz hat sich bereits in Libanon, Afghanistan, Mali und Irak bewährt.  Derzeit sind über 300 CAESAR-Systeme bei fünf Kundenländern in Nutzung.

www.nexter-group.fr

Donnerstag, 18. Mai 2017

Austrian Armour: Panzerbataillon 14 "Hessen" gewinnt Strong Europe Tank Challenge 2017

Grafenwöhr (ww) Premiere gelungen: Gleich bei ihrer ersten Teilnahme erzielte die Mannschaft des österreichischen  Panzerbataillons 14 "Hessen" den Gesamtsieg der diesjährige Strong Europe Tank Challlenge.
Erbarme - zu spät! Die Hesse komme: Ein Leopard 2A4 des österreichischen Panzerbataillon 14 "Hessen" im Wettkampf. (Foto: U.S. Army Europe)


In dem von der U.S. Army Europe ausgerichteten Wettkampf treten Panzerzüge verschiedener Nationen an, um sich in verschiedenen einsatznahen Szenarien zu messen. Hierzu zählen z. b. Gefechtsdienst, Geschicklichkeitsfahren, Feueranforderung, Hindernisparcours, Schießen mit Handwaffen, Selbst- und Kameradenhilfe und natürlich das Zuggefechtsschießen.

Volltreffer - Walther PPQ45 erhält Auszeichnung Handgun of the Year 2017

Atlanta/USA (ww) Erfolg für den deutschen Traditionshersteller Carl Walther in den USA: Das renommierte US-Waffenmagazin „American Rifleman“ hat die Walther-Pistole PPQ45 als „Handgun of the Year“ ausgezeichnet. Die Walther-Repräsentanten konnten im Rahmen des Jahrestreffens der amerikanischen National Rifle Association Ende April in Atlanta den begehrten „Bullseye Award“ in Empfang nehmen.
Die PPQ45 neben dem "Bullseye-Award". Foto. Carl Walther/Umarex
Die Walther PPQ45 ist fast baugleich mit der weltweit erfolgreichen Walther PPQ in 9 mm Luger, verschießt aber das in den USA beliebte und stärkere Kaliber .45 ACP. Mit dieser Auszeichnung konnte Walther gemeinsam mit der Tochterfirma Walther Arms aus Fort Smith einen weiteren wertvollen Erfolg im „Mutterland des .45er Kalibers“ feiern.
www.Carl-Walther.de

Montag, 8. Mai 2017

Ehrenwertes Engagement oder ehrabschneidender Entlastungsangriff?

Berlin (ww) Der Kampf gegen den Extremismus jeglicher Coleur ist aller Ehren wert. Vorausgesetzt, er richtet sich gegen die Richtigen. Wenn nicht, ist er kontraproduktiv. Das lässt sich derzeit bei der Bundeswehr beobachten. Hier erreicht das Verhältnis zwischen Truppe und Bundeswehrführung gegenwärtig einen neuen Tiefpunkt.

Zwar entschuldigte sich die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt im Frieden vor versammelter Spitzenkräftemannschaft für ihren Generalverdacht bezüglich Haltungs- und Führungsproblemen. Aber zur Ruhe kommen die deutschen Streitkräfte trotzdem nicht. So führte die Ministerin im Standort eines als mutmaßlichen Rechtsterroristen enttarnten Oberleutnants medienwirksam einige Wehrmachtsdevotionalienfunde vor. Das nahm sie wiederum zum Anlass, eine „Säuberung“ (!) der Bundeswehr zu befehlen. Und der in den vergangenen Jahren eher unauffällig agierende Generalinspekteur ordnete eine entsprechende Durchsuchung aller Kasernen an. Spötter fürchten unterdessen, daß das Wachbataillon demnächst mit G36 statt Karabiner 98k paradieren werde. Oder daß die Verpflegungsaufnahme aus dem nierenförmigen Kochgeschirr zum melderelevanten Vorkommnis werde. Oder daß es nun endlich einen Anlass gebe, modernere Gefechtshelme beschleunigt einzuführen, die nicht die charakteristische Kalottenform des Stahlschutzhelmes Modell 1916 und dessen Nachfolgern aufweisen.
Spötter befürchten angesichts der angekündigten "Säuberung", daß das Wachbataillon den Karabiner 98k bald auf den Müllhaufen der Militärgeschichte schmeissen muss. (Foto: Bundeswehr)

Ja, viele Bundeswehrsoldaten der ersten Stunde und einige deutsche Verteidigungsminister hatten in der Wehrmacht gedient. Ja, Bundeskanzler Konrad Adenauer gab am 3. Dezember 1952 eine Ehrenerklärung für die Wehrmachtssoldaten ab. Ja, viele unserer Freunde und Partner sehen die Bundeswehr in einer Linie mit den deutschen Vorgängerarmeen. Ja, deren vor allem auf der Auftragstaktik beruhende militärische Schlagkraft bewundern selbst ehemalige Kriegsgegner bis heute. Ja, trotz alledem war die Wehrmacht als Gesamtorganisation das Instrument eines verbrecherischen Regimes und ist daher nicht traditionsbegründend für die Bundeswehr. Ja, es gibt entsprechende und viele Male objektiv diskutierte Traditionserlasse. Ja, es gibt leider auch in der Profi-Armee Bundeswehr trotzdem immer wieder ein paar Verwirrte, die sich an undifferenzierter „Unsere-tapferen-Ritterkreuzträger-der-Waffen-SS-verteidigen-die-ostpreußische-Heimat“-Heldenverklärung aufgeilen oder noch schlimmeren Spinnereien anhängen. Ja, diese Idioten blieben immer eine ärgerliche Ausnahme und wurden konsequent aus dem Dienst entfernt. Und ja, die Bundeswehr steht gegenwärtig vor ganz anderen Herausforderungen. Es wäre zielführender, jetzt eine zukunftsweisende sicherheitspolitische Diskussion zu führen, als eine alte Debatte um Selbstverständlichkeiten zum xten Male neu aufzuwärmen.

Dazu kommt, daß andere Aspekte des jüngsten Bundeswehr-Skandals so wenig mediale Beachtung finden: Wenn ein Oberleutnant mit wirren Ansichten, dafür aber ohne Papiere und arabische Sprachkenntnisse ein Doppelleben als anerkannter syrischer Flüchtling führen kann – was ist dann beim Schutz unseres Landes vor Extremisten sonst noch schief gelaufen? Will man unser Land überhaupt weiter schützen? Selbst bekennende Taliban dürfen nicht in ihre Heimat am Hindukusch ausgeliefert werden – und das, obwohl die afghanische Regierung nicht nur mit Milliarden Euro und Dollar, sondern auch unter blutigen Verlusten unterstützt wurde und wird. Und warum können fundamentalistische Gefährder inzwischen ein Doppelleben als Bundeswehrsoldaten führen? 20 Islamisten enttarnte der Militärische Abschirmdienst Ende letzten Jahres, weitere 60 Verdachtsfälle stehen in Rede.

Wie gesagt: Der Kampf gegen Extremismus jeglicher Coleur ist aller Ehren wert. Vorausgesetzt, er richtet sich gegen die Richtigen. Nun sind die Soldaten der jahrzehntelang vernachlässigten Parlamentsarmee Bundeswehr gewohnt, daß für sie bei jeglichen Skandalen offenbar die Schuld- und nicht die Unschuldsvermutung gilt. Doch gerade vor dem Hintergrund der jetzt verdrängten Versäumnisse sei noch einmal an den Eid erinnert, den jeder Bundeswehrsoldat geleistet hat: "Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.“ Es erscheint wenig verwunderlich, daß der jüngste ministerielle Aktionismus an der Basis nicht als ehrenwertes Engagement, sondern als ehrabschneidender Entlastungsangriff auf Kosten der Truppe gilt.

Jan-Phillipp Weisswange

Dienstag, 2. Mai 2017

Kommentar: Miss-Management bei der attraktiven Arbeitgeberin

Berlin (ww) Viel Wirbel in der Walpurgisnacht: Ein Miss-Management bei der attraktiven Arbeitgeberin Bundeswehr führt zu einer Grundsatzdebatte über die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie. Wie konnte das geschehen?
Die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt im Frieden löste in der Walpurgisnacht 2017
eine sicherheitspolitische Grundsatzdebatte aus. (Foto: Bundeswehr/Trutschel)
In einem ZDF-Interview am 30. April 2017 stellte die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt im Frieden die Bundeswehr unter einen Generalverdacht. Auslöser waren Fälle von übertriebener Härte bei der Ausbildung und eine noch nicht vollständig aufgeklärte Groteske um einen Oberleutnant mit offenbar fragwürdigen Ansichten. Der konnte ein Doppelleben als anerkannter syrischer Asylant führen und mutmaßlich staatsgefährdende Straftaten planen. Jedenfalls attestierte Ursula von der Leyen den ihr seit dreieinhalb Jahren anvertrauten deutschen Streitkräften pauschal ein „Haltungsproblem“ und eine „offensichtliche Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen“. Am darauffolgenden Tag der Arbeit relativierte sie in einem offenen Brief an die „lieben Soldatinnen und Soldaten und zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ ihre Statements zwar etwas. Aber das half nur noch wenig, die Wogen zu glätten. Hierzu trug sicherlich die Causa Spindler bei: So hatte die Ministerin wenige Tage zuvor den Befehlshaber des Ausbildungskommandos, Generalmajor Walter Spindler, als Reaktion auf die Vorfälle in Ausbildungseinrichtungen entlassen. Der für seine Geradlinigkeit geachtete General erfuhr dies allerdings nicht durch seine Vorgesetzten, sondern aus der Tagespresse. Die Basis empfand die Ablösung Spindlers als Lehrvorführung eines Bauernopfers.
Inzwischen traten die Zerwürfnisse zwischen politischer Führung und Truppe klar und unwiderlegbar zum Vorschein. Sie zeigen letztlich, daß die Bundeswehr nach einem Vierteljahrhundert kontinuierlicher Vernachlässigung am Scheideweg zwischen schlagkräftiger Streitkraft und gegenderter Gendarmerie steht. Sie in die richtige Richtung zu lenken, ist nun vordringlichste Führungsaufgabe!
„Die Bundeswehr lebt davon, dass auf allen Ebenen Verantwortung übernommen wird in dem klaren Wissen, was von Führung erwartet wird. Wenn diese Führungsverantwortung nicht mehr ausgefüllt wird, dann funktioniert in unserer Bundeswehr etwas ganz Grundlegendes nicht mehr“, so analysiert die Ministerin die gegenwärtige Lage in ihrem offenen Brief zutreffend. Und genau hier müssen die in jenem Dokument geforderte „schonungslose Aufklärung und Diskussion“ ansetzen: Die Attraktivität des Dienstes als Soldat definiert sich über verantwortungsvolle Führung, herausfordernde Aufträge, Kameradschaft der kleinen Kampfgemeinschaft und moderne Ausrüstung. Teuer beratenes Miss-Management mit merkwürdigen Schwerpunkten kann sich die Bundeswehr angesichts der vielfältigen sicherheitspolitischen Herausforderungen nicht mehr leisten. Nicht zuletzt, weil die Gesellschaft zu Recht eine schlagkräftige Truppe erwartet, die ihre Freiheit und Werte glaubwürdig verteidigen kann.
Die gegenwärtig erstarkende Diskussion wird sich daher nicht nur auf Haltung und Führung beschränken können. Aufgabengewichtung, Haushaltsmittel, staatsbürgerliches soldatisches Selbstverständnis und Wehrform werden ebenfalls auf den Prüfstand kommen müssen. Letztlich geht es um die Frage, in welche Richtung sich die Bundeswehr weiter entwickeln soll: zu einer stets um Attraktivität bemühte Arbeitgeberin oder zu einer schlagkräftigen Streitmacht einer wehrhaften Demokratie? Führt sie im Ergebnis zu letzterem, dann hätte der Wirbel der Walpurgisnacht 2017 doch noch etwas Gutes.

Jan-Phillipp Weisswange

Donnerstag, 27. April 2017

Der erste Stich des Scorpions - Französische Streitkräfte bestellen 319 Griffon und 20 Jaguar

Versailles (ww) Die französische Beschaffungsbehörde DGA hat am 24. April 2017 den ersten Produktionsauftrag im Zuge des SCORPION-Programms vergeben. So bestellte sie bei Nexter, Renault Trucks Defence und Thales 319 gepanzerte Mehrzweckfahrzeuge Griffon und 20 Spähpanzer Jaguar.
Griffon (oben) und Jaguar (unten) (Grafiken: GME)

Der Vertrag umfasst auch logistische Unsterstützung und Ausbildung. Zum Volumen gibt es keine Angaben. Nach nur 27 Monaten Entwicklungszeit beginnt damit die Produktion der neuen Fahrzeuge. Die ersten Griffon sollen bereits 2018 zulaufen, die ersten Jaguar 2020.Griffon und Jaguar zeichnen sich durch ein hohes Schutzniveau und eine sehr gute Vernetzungsfähigkeit aus und ersetzen die seit über 30 Jahren genutzten Fahrzeugmuster VAB, VAB HOT, SAGAIE ERC und dem AMX10RC. Insgesamt will die französische Armee 1.668 Griffon und 248 Jaguar beschaffen – einschließlich zugehöriger Logistikleistungen.

Freitag, 21. April 2017

System Sturmgewehr Bundeswehr: Ausschreibung beginnt

Berlin (ww) Die europaweite Ausschreibung des System Sturmgewehr Bundeswehr läuft nun doch etwas früher als erwartet an. "Circa 120.000 Sturmgewehre und entsprechendes Zubehör" will die Bundeswehr beschaffen. Die Verträge sollen im ersten Halbjahr 2019 geschlossen werden.
Der Auftragswert wird auf 245 Millionen Euro geschätzt. Einige Details nennt die Ausschreibung:

Freitag, 14. April 2017

SIG Sauer P320 Compact erzielt Qualifikation nach Technischer Richtlinie der deutschen Polizei

Eckernförde (ww) Als der bayerische Innenminister kürzlich das Projekt neue Dienstpistole für die bayerische Polizei vorstellte, klang es bereits an: SIG Sauer ist mit im Rennen! Am 13. April 2017 erhielt das Modell P320 Compact die Zertifizierung nach der Technischen Richtlinie „Pistolen im Kaliber 9mm x 19“ vom Januar 2008 (TR2008).

SIG Sauer P320 Compact, hier ausgestattet mit dem Gewinde für Schalldämpfer. (Foto: SIG Sauer)
Das vom Polizeitechnischen Institut der deutschen Hochschule der Polizei herausgegebene Dokument legt die Anforderungen fest, die Dienstpistolen für eine Verwendung bei einer deutschen Bundes- oder Landespolizeibehörde erfüllen müssen. Die jetzt erreichte Qualifikation ist daher ein weiterer wichtiger Erfolg für die vielseitige modulare Dienstpistolenfamilie P320 des in Eckernförde beheimateten Traditionsunternehmens.

Montag, 3. April 2017

Neuer militärischer Organisationsbereich Cyber und Informationsraum (CIR) nimmt Dienst auf

Bonn (ww) Deutschlands Freiheit wird auch im Cyberraum verteidigt! In dieser Konsequenz hat die Bundeswehr seit dem 1. April 2017 den neuen militärischen Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum. Rund 13.000 Soldaten werden "CIR" demnächst angehören - so viele Soldaten wie die Deutsche Marine.
Das Barett des neuen Organisationsbereiches. Foto: privat
Mit dem CIR gibt es auch Neuerungen bei der Uniformierung der deutschen Streitkräfte. Hierzu zählen das dunkelblaue  Barett (ursprünglich war wohl ein graues geplant) und ein neues Barettabzeichen. Dieses zeigt im Eichenlaubkranz einen Schild mit dem Kürzel CIR vor einem stilisierten Globus und darüber den Blitz der Fernmeldetruppe.
Der S&T-Blog gratuliert dem neuen Organisationsbereich zur Aufstellung und wünscht dem Inspekteur, Herrn Generalleutnant Ludwig Leinhos und seinen Männern und Frauen viel Freude, Erfolg und Soldatenglück für die herausfordernden Aufgaben!
Mehr zur Cyber- Strategie, dem neuen Organisationsbereich und den Möglichkeiten, sich darin einzubringen, auch auf den Seiten von Bundeswehr-Karriere.




www.cir.bundeswehr.de