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Freitag, 16. Februar 2018

Trendwende Wehrwille

Berlin, München (ww) Vor 205 Jahren, im Februar 1813, bildete sich das Lützowsche Freikorps. Als Reserveoffizier, der einige Zeit in der Theodor-Körner-Kaserne zu Lüneburg dienen durfte, erinnere ich gerade in unseren sicherheitspolitischen Zeiten und vor dem Hintergrund der Bundeswehr-Traditionsdebatte gerne daran.

Der Verband, in dem sich zahlreiche idealistische Staatsbürger während der Befreiungskriege zusammenfanden, um gegen die damalige napoleonische Besatzungsmacht zu kämpfen, trug schwarze Uniformen mit roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen. Diese Farben - später in der bürgerlichen Revolution 1848/49 allgegenwärtig - spiegeln sich bis heute in unserer Bundesflagge wider.
Die Farben unserer Bundesflagge lassen sich unter anderem auf die Uniform des Lützow'schen Freikorps zurückführen (Foto: Whiskey-13)
Wie weit sind wir heute davon entfernt, uns dieser freiheitsliebenden staatsbürgerlichen Tradition würdig zu erweisen! Die Folgen der mit "Friedensdividende" euphemistisch umschriebenen dreifachen Demobilisierung Deutschlands – stukturell, materiell und intellektuell – lässt sich am deutlichsten anhand des traurigen Zustands der Bundeswehr ersehen. Deren dramatische Lage führt inzwischen selbst im veröffentlichten Meinungsbild zu einem ersten Umdenken. Leider beschränkt sich dies meist nur auf Forderungen nach höheren Haushaltsmitteln. Mit Geld allein ist es freilich nicht getan. Denn selbst wenn in den nächsten Jahren die topmodernste Vollausstattung zulaufen sollte – wer soll diese bewegen und einsetzen? Von dieser sicherheitspolitischen Grundsatzdebatte jedoch bleiben wir noch immer weit entfernt. Und eine Strategic Community, die sich auf sicherheitspolitischen Plauderveranstaltungen selbst befruchtet und in weißen Büchern über volatile Sicherheitsumfelder und Resilienz schwadroniert, ist zwar angenehm und unterhaltsam, entwickelt aber wenig Wirkung.

Freiheit ist nicht kostenlos. Findet sich kaum jemand mehr zu ihrer Verteidigung bereit, dann war sie offenbar umsonst. Einem Staat, dessen Bürger es unter anderem zuließen, daß seine einst stattliche und letztlich von einem Großteil der Staatsbürger selbst getragene Streitmacht auf eine unterfinanzierte, hohl strukturierte, kaum aufwuchs- und durchhaltefähige Profi-Truppe zusammengschrumpft wurde, welche noch dank einiger Idealisten lebt, die aber derzeit nicht zur Landes- und Bündnisverteidigung befähigt ist, dem helfen angekündigte Trendwenden Personal, Rüstung und Haushalt alleine nicht weiter. Einem solchen Staat bleibt vor allem eines zu wünschen: Nämlich daß es noch genug Staatsbürger gibt, die sich im Fall der Fälle auf frühere Traditionslinien der Bundeswehr zurückbesinnen – namentlich die der Heeresreformer, deren Ergebnis Verbände wie die "Lützower" waren. Seinerzeit organisierten quer denkende mutige Staatsleute und progressive militärische Führer sowie engagierte Bürger ihre Wehrfähigkeit neu, um für ihre Freiheit einzustehen.

Freiheit ist nicht kostenlos. Aber um sie verteidigen zu können, werden sich bloße Haushaltserhöhungen alleine als ungenügend erweisen. Angesichts der derzeitigen und sich abzeichnenden sicherheitspolitischen Herausforderungen für unsere Freiheit und Demokratie – insbesondere die „hybride Kriegführung“ – braucht es heute natürlich zunächst sicherheitspolitisch  interessierte und sensibilisierte Staatsbürger. Diese müssen überdies im Fall der Fälle einsatzbereit und willens sein, ihre Freiheit und Demokratie nicht nur in der geistigen, sondern auch in der militärischen Auseinandersetzung zu verteidigen. Oder, um den "Lützower" Theodor Körner zu zitieren, als „Jäger frei und flink die Büchse von der Wand“ nehmen und für ihr Land kämpfen wollen und können. Resilienz reicht nicht, es braucht Wehrfähigkeit!  Es wird höchste Zeit für eine gesamtgesellschaftliche „Trendwende Wehrwille“.

Horrido!

Jan-Philipp Weisswange

Mittwoch, 14. Februar 2018

US Marines und US Navy ordern Rheinmetall-Infanteriemunition

Düsseldorf , Camden/Arkansas (ww) Die US-Streitkräfte haben Rheinmetall erneut Millionenaufträge zur Lieferung von Munition erteilt. Das  U.S. Marine Corps hat Tag-/Nacht-Übungsgranaten im Kaliber 40mm x 46 im Wert von rund 3 MioUSD (2,5 MioEUR) bestellt.
Rheinmetall zählt zu den führenden Anbietern von 40mm-Wirkmittelsystemen
(Foto: Tom Weber/MilPictures via Rheinmetall)
Die Patronen enthalten keine umweltschädlichen Substanzen und werden bei American Rheinmetall Munitions, Inc. (ARM) in Camden/Arkansas gefertigt. Die ARM ist eine Tochterfirma des Düsseldorfer Wehrtechnikunternehmens Rheinmetall Defence. Die Auslieferung hat im Dezember 2017 begonnen.
Die U.S. Navy wiederum beschafft im Rahmen eines neuen Auftrags im Wert von 3,8 MioUSD (3,2 MioEUR) die neuesten Blitzknallgranaten, inzwischen durch die U.S.-Regierung als MK 24 MOD 0 typenklassifiziert. Die Auslieferung erfolgt 2018 über die ARM, wobei die nicht-letalen Spezialwirkmittel am deutschen Standort Trittau gefertigt werden.
Rheinmetall ist sowohl bei 40mm-Waffensystemen als auch bei Spezialeinsatzmitteln einer der weltweit führenden Anbieter. In beiden Bereichen deckt das Unternehmen das gesamte Spektrum ab und beliefert Streit- und Sicherheitskräfte weltweit mit Komponenten und Systemen. Neben 40mm Low Velocity und High Velocity-Munition treibt Rheinmetall die Fortentwicklung der zukunftsträchtige 40 mm Medium Velocity-Familie voran. Darüber hinaus bietet Rheinmetall auch passende Waffensysteme und Feuerleittechnologie für 40mm-Munition an.



www.rheinmetall.com

Thales am Tiger - spanische und deutsche Streitkräfte ordern Raketen für Kampfhubschrauber

Paris (ww) Die spanischen und die deutschen Heeresflieger haben für ihre Tiger-Kampfhubschrauber mehrere tausend 70mm-Raketen bei Thales bestellt. Die Auslieferung soll in Kürze beginnen.
Tiger HAD-E der spanischen Heeresflieger (Foto: FAMET)
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) orderte 10.000 Übungsraketen des modifizierten Typs FZ90 Mod 4. Dieser zeichnet sich durch einen verbesserten Raketenmotor aus, der weniger Trümmer verursacht.
Die spanischen Heeresflieger (FAMET – Fuerzas Aeromóviles del Ejército de Tierra) 
haben erstmals 1.000 Stück der bereits von Deutschland und Australien genutzten 70mm-NATO-Standardrakete geordert. Sie kommen an dem Tiger in der Ausführung HAD zum Einsatz. Diese Variante trägt vier leichte Raketen-Pods, jeweils zwei FZ225 mit 19 Startrohren und zwei FZ223 mit sieben Startrohren.
Die 70mm-Raketen werden bei Thales Belgien in Herstal produziert. Zu den Nutzernationen zählen Deutschland, Frankreich, Spanien und Australien. Mit den neuerlichen Aufträgen kann Thales seine Position im Bereich der Hubschrauberbewaffnung weiter festigen.

www.thalesgroup.com

Donnerstag, 8. Februar 2018

Das COPAR-Shirt von Taunus-Taktik - durchdachtes Top-Secret-Textil

Taunus (ww) Taunus-Taktik ist bekannt für unkonventionelle Lösungen. Jetzt haben die Tüftler das COPAR-Shirt entwickelt. COPAR steht für Clandestine Operations, Pseudo Operations, Asymmetric Warfare and Reconaissance.
Das COPAR-Shirt in stilechter Umgebung (Foto: Taunus-Taktik)
Das beschreibt ziemlich genau das Aufgabenspektrum, wofür dieses Top-Secret-Textil designt wurde: Verdeckte Operationen, Pseudo-Operationen, asymmetrische Kriegführung und Aufklärung. Der S&T-Blog stellt das Bekleidungsstück hier weltexklusiv detailliert vor.

Mittwoch, 7. Februar 2018

BCBs neuer Body Armour - Kastell pro Aqua für maritime Spezialkräfte

Cardiff (ww) Unsere Freunde vom britischen Survivalspezialisten BCB International Ltd. haben einen neuen Plattenträger „Kastell pro Aqua“ vorgestellt.  Das flammhemmende und schnell trocknende Ausrüstungsstück ist besonders für den Einsatz bei maritimen Spezialkräften ausgelegt.
Der Kastell pro Aqua von BCB International (Foto: BCB)
BCB-Sprecher Philippe Minchin: „Der modulare Plattenträger Kastell Pro Aqua ist insbesondere für Aufträge wie Anlandungen an Küsten, Überqueren von Flüssen oder Boardingeinsätze designt worden. Er besteht aus flammhemmenden und schnell trocknenden Materialien. Er eignet sich besonders für amphibisch operierende Spezialkräfte.“

Zu den Neuerungen gehören ein in das Außenmaterial eingebrachtes PALS/MOLLE-System statt einer aufgenähter Bebänderung. Das soll zu einer besseren Tarnwirkung, Belüftung sowie schnellerem Wasserabfluss beitragen. Weiterhin ist ein Schnellabwurfsystem intergiert. Dieses lässt sich in fünf Sekunden lösen und in 20 Sekunden wieder zusammenfügen. Auf diese Weise lässt sich der Plattenträger beispielsweise für eine Erstversorgung schnell abnehmen und für die Evakuierung wieder anlegen. Modulare Kummerbunde, ein wasserfestes Futter mit Abstandshaltern sowie zurüstbare Schutzelemente für Leisten und Steißbein sind ebenfalls verfügbar.
Der Kastell Aqua Pro befindet sich derzeit bei einer europäischen Spezialeinheit im Trageversuch.

www.bcbin.com

Dienstag, 6. Februar 2018

Neue Medipacks für Schutzleute in NRW

Düsseldorf (ww) Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul hat die ersten 50 Medipacks an die Polizei übergeben. Bis Ende 2018 sollen insgesamt 10.000 dieser kompakten Taschen insbesondere an die Regeldienstkräfte ausgeliefert werden.
Inhalt der neuen Medipacks (Foto: Innenministerium NRW)
Die Medipacks enthalten alles zur Erstversorgung stark blutender Wunden:
* Tourniquet (Aderpresse zum Abbinden lebensbedrohlicher Blutungen)
* Chest-Seal-Pflaster
* Notfallbandage (sogenannte OLAES-Bandage zum sicheren Anlegen eines Druckverbandes und zur Wundtamponade)
* Erste-Hilfe Handschuhe
* Verbandpäckchen in unterschiedlichen Größen
* Schere
* Rettungsdecke
* Leitfaden zur Handhabung
* Dokumentationskarte
„Wenn wegen anhaltender Gefahr – etwa durch einen bewaffneten Täter – medizinische Hilfe nicht rechtzeitig möglich ist, werden unsere Polizistinnen und Polizisten zu Lebensrettern“, erklärte Reul. Gerade bei Schussverletzungen reichten herkömmliche Verbandsmaterialien nicht aus. „Mit den Medipacks bekommen unsere Streifenteams, was bei Spezialkräften längst Standard ist“, so der Minister.
Um im Ernstfall lebensbedrohliche Verletzungen zu erkennen und dann unter Stress auch handlungssicher mit Hilfe des Medipacks zu versorgen, werden die Polizistinnen und Polizisten speziell geschult. „Das Wissen, das dabei vermittelt wird, kann auch im Polizeialltag dabei helfen, Leben zu retten - zum Beispiel bei Verkehrsunfällen mit schwerverletzten Personen“, betonte Reul.

Der Stückpreis der Taschen mitsamt Inhalt liegt bei rund 110 Euro.

Iveco Defence liefert nächstes Los LAV an Norwegen

Bozen/Italien (ww) Iveco Defence hat das letzte Los von 62 Light Armoured Vehicles (LAV) an die norwegische Beschaffungsorganisation Norwegian Defence Material Agency (NDMA) übergeben.
Das Light Armoured Vehicle (LAV) von Iveco Defence (Foto: Iveco)
In die mittlerweile von Norwegen beschaffte vierte Generation des LAV flossen Einsatzerfahrungen mit dem bisherigen Light Multirole Vehicle (LMV) und weitere technische Neuerungen ein. Hierzu gehören eine modernere und leistungsfähigere Antriebswelle und eine neue Schutzbelüftungsanlage. Zudem wurde bei der Weiterentwicklung auf eine höhere Nutzlast, eine bessere Leistung und eine höhere Zuverlässigkeit Wert gelegt. Die Fahrgastzelle wurde im Hinblick auf Ergonomie und weitere Sitzplätze neu gestaltet. Ein Armaturenbrett der neuesten Generation und ein verbessertes Hardtop wurden ebenfalls verbaut. Durch diese Maßnahmen erhöht sich auch das nutzbare Innenraumvolumen. 
Iveco Defence ist mit seiner vielseitigen LMV-Familie sehr erfolgreich. Über 4.000 Stück wurden inzwischen an 13 Kundenländer geliefert. Zu diesen zählen neben Italien und Norwegen noch Albanien, Belgien, Großbritannien, Kroatien, Libanon, Österreich, Russland, Spanien, die Slowakei, Tschechien und Tunesien.

www.iveco.com